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Gedanken zum Frieden
“Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.” Ökumenischer Rat der Kirchen , 1948
Martin Luther Bertold Brecht Dietrich Bonhoeffer Erklärung Karl Lehmann/Manfred Kock / Walter Daiber Landessynode der Ev.-Luth. Kirche in Bayern Abraham Lincoln Dom Helder Camara Erich Fried aus der Ökumene LinksFrieden
Das hält die Welt für Frieden, wenn einer dem anderen Unrecht tut, dass man ihn auf den Kopf schlägt. Aber damit kommet man nimmermehr zum Frieden. Denn es hat kein König vermocht, dass er vor Feinden Frieden gehabt hätte. Das römische Reich ist so mächtig gewesen, dass es alles niedergewalzt hat, was sich dawider auflehnte. Doch konnten sie es nicht dabei erhalten. Darum taugt dieser Weg nichts, dass man zum Frieden komme. Denn wenn man schon einen Feind niederlegt und betäubt, stehen danach wieder ihrer zehn und zwanzig auf so lange, bis es untergehen muss." (Martin Luther, 1523 Epistel St. Petri gepredigt und ausgelegt )
******************** Wer den Krieg anfängt, der ist im Unrecht. Es ist nicht richtig, Krieg anzufangen nach eines jeden tollen Herren Kopf. Wer ein Christ sein will, der fange nicht allein Krieg und Unfrieden an, sondern helfe und rate zum Frieden, wo immer er kann, auch wenn es Recht und Ursache genug gäbe, Krieg zu führen. Martin Luther
***** Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Selbstmord treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist verboten. Bertold Brecht, Schriftsteller
Das Recht auf Widerstand
Der Staat, der die christliche Verkündigung gefährdet, verneint sich selbst. Das bedeutet eine dreifache Möglichkeit kirchlichen Handelns dem Staat gegenüber: erstens ... die an den Staat gerichtete Frage nach dem legitim staatlichen Charakter seines Handelns, d. h. die Verantwortlichmachung des Staates. Zweitens der Dienst an den Opfern des Staatshandelns. Die Kirche ist den Opfern jeder Gesellschaftsordnung in unbedingter Weise verpflichtet, auch wenn sie nicht der christlichen Gemeinde zugehören. Tut Gutes an jedermann." In beiden Verhaltensweisen dient die Kirche dem freien Staat in ihrer freien Weise und in Zeiten der Rechtswandlung darf die Kirche sich diesen beiden Aufgaben keinesfalls entziehen.
Die dritte Möglichkeit besteht darin, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen. Solches Handeln wäre unmittelbar politisches Handeln der Kirche und ist nur dann möglich und gefordert, wenn die Kirche den Staat in seiner Recht und Ordnung schaffenden Funktion versagen sieht, d. h. wenn sie den Staat hemmungslos ein Zuviel oder. ein Zuwenig an Ordnung und Recht verwirklichen sieht. In beiden muss sie darin die Existenz des Staates und damit auch ihre eigene Existenz bedroht sehen. Ein Zuwenig läge vor bei der Rechtlosmachung irgendeiner Gruppe von Staatsuntertanen, ein Zuviel läge dort vor, wo vorn Staate her in das Wesen der Kirche und ihre Verkündigung eingegriffen werden sollte.
(Dietrich Bonhoeffer, 1933)
*********** Dieser Krieg ist Ausdruck des Scheiterns der Politik Humanitäre Katastrophe muss vermieden werden 20. März 2003 Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, und des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Bischof Walter Klaiber Dieser Krieg ist Ausdruck des Scheiterns der Politik. Bei allem Verständnis für das Unrecht, das den Vereinigten Staaten durch die Terroranschläge des 11. September 2001 zugefügt wurde, und für die Verletzung ihres Sicherheitsgefühls bedauern wir in unserem Land zutiefst die Entscheidung, mit Waffengewalt anzugreifen. Kirchen und christliche Gemeinschaften wie auch viele Menschen weltweit, die vor einem solchen Schritt gewarnt hatten, empfinden in diesem Moment große Trauer. Denn Krieg soll nach Gottes willen nicht sein. Immer ist er eine Niederlage der Menschheit. Dabei geben wir uns im Hinblick auf das menschenverachtende Regime von Bagdad keinen Illusionen hin. Kein Zweifel darf auch daran bestehen, dass wir die in den USA und Großbritannien gepflegten politischen Werte teilen. Dennoch findet der jetzt eingeschlagene Weg des Blutvergießens unseren Widerspruch. Denn wir sehen keine ethische oder völkerrechtliche Rechtfertigung für ihn. In dieser Stunde erinnern wir daran, dass auch der Krieg kein rechtsfreier Raum ist. Die Konfliktparteien stehen in der Pflicht, die Zivilbevölkerung während der Kampfhandlungen soweit wie nur irgend möglich zu schonen. Eine humanitäre Katastrophe muss vermieden werden. Auch müssen alle Mittel der Politik ausgeschöpft werden, dem Krieg ein rasches Ende zu bereiten. Unser Mitgefühl gehört allen Opfern: den Toten und ihren Angehörigen, den Verwundeten und den Flüchtlingen. Wir ermutigen die Mitchristen in unserem Land, das Schicksal all dieser Menschen in persönlichem und gemeinschaftlichem Gebet vor Gott zu tragen. Wir appellieren an alle, keine Gelegenheit auszulassen, durch Hilfe das Leiden zu lindern. Wir bitten alle darum, Kontakt zu halten zu den Kirchen und christlichen Gemeinschaften im Nahen und im Mittleren Osten ebenso wie zu unseren Partnern in den USA. In dieser Stunde zeigt sich auch erneut die Bedeutung des Gesprächs mit unseren muslimischen Nachbarn vor Ort und in der Welt. Gemeinsam beten wir: Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist, dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist, dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert, dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn, wer sich hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Für die Richtigkeit Christof Vetter Hannover, den 20. März 2003 Pressestelle der EKD
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Wort der Landessynode zum Krieg im Irak Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes heißen. Matthäus 5,9 Der Krieg gegen den Irak erschüttert uns ebenso wie die terroristische Gewalt vom 11. September 2001 in den USA. Das menschenverachtende Regime von Saddam Hussein rechtfertigt diesen Angriffskrieg jedoch weder völkerrechtlich noch ethisch. Als Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sind wir in Übereinstimmung mit den meisten anderen christlichen Kirchen - auch in den USA - einig: Es gibt keinen gottgewollten Krieg. Eine Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke ist weder bei terroristischen Anschlägen noch bei so genannten Präventivkriegen hinzunehmen. Die Welt darf nicht in gut und böse eingeteilt werden. Das widerspricht unserem biblischen Menschenbild. Gutes und Böses gibt es in jedem Land, in jeder Religionsgemeinschaft und in jedem einzelnen von uns. Wer behauptet, das Böse mit Gewalt ausrotten zu können, überschätzt das Menschenmögliche und setzt sich an Gottes Stelle. Wo Politik mit einem derartigen Sendungsbewusstsein verbunden wird, entsteht statt der gewünschten neuen Weltordnung eine neue Weltunordnung. Der Weg zu einem gerechten Frieden führt nur über eine politische Lösung im Rahmen der Vereinten Nationen. Für uns ist es ein Hoffnungszeichen, dass gerade auch die Jugend aufsteht gegen diesen ungerechtfertigten Krieg. Dafür treten wir ein: - Weltgemeinschaftspolitik in den UN statt Machtstreben und Alleingänge - aktive Vermittlung statt Wegschauen bei Konflikten - für eine Erziehung zum Frieden und gewaltfreie Konfliktbearbeitung - für einen kritischen Umgang mit den Medien - für eine politische Ordnung unter Wahrung kultureller und religiöser Identität - religiöser Dialog zwischen Christen und Muslimen als gleichberechtigten Partnern - Solidarität mit jetzt besonders gefährdeten christlichen Minderheiten in islamischen Ländern. Wir unterstützen die Hilfsaktionen im Irak - trotz unserer Kritik am Krieg. Für uns selber ziehen wir die Konsequenz, noch rechtzeitiger und noch entschiedener unsere Stimme gegen Menschenrechtsverletzungen, Terror und Kriege weltweit zu erheben. Wir beten für baldigen Frieden, gedenken der Opfer des Regimes von Saddam Hussein, wir beten für die Menschen im Irak heute, für alle Gefangenen und Opfer dieses Krieges, Soldatinnen und Soldaten, und die politischen Entscheidungsträger. Verleih uns Frieden gnädiglich Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn Du, unser Gott, alleine.
Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Würzburg, 5. April 2003
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Es gibt keinen ehrenwerten Weg zu töten, keinen sanften Weg zu zerstören. Es gibt nichts Gutes am Krieg. Außer seinem Ende. Abraham Lincoln
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Wenn ich den Armen Brot gebe, werde ich ein Heiliger genannt. Wenn ich frage, warum die Armen arm sind, werde ich als Kommunist beschimpft. Dom Helder Camara
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Was geschieht Es ist geschehen und es geschieht mach wie vor und wird weiter geschehen wenn nichts geschieht Die Unschuldigen wissen von nichts weil sie zu unschuldig sind und die Schuldigen wissen von nichts weil sie zu schuldig sind Die Armen merken es nicht weil sie zu arm sind und die Reichen merken es nicht weil sie zu reich sind Die Dummen zucken die Achseln weil sie zu dumm sind und die Klugen zucken die Achseln weil sie zu klug sind Die Jungen kümmert es nicht weil sie zu jung sind und die Alten kümmert es nicht weil sie zu alt sind Darum geschieht nichts dagegen und darum ist es geschehen und geschieht nach wie vor und wird weiter geschehen Erich Fried (*1921 in Wien, von den Nazis als Jude verfolgt, emigrierte mit 17 Jahren nach England. Dort wurde er zu einem der bedeutendsten deutschen Dichter des 20. Jahrhunderts. Er starb 1988 in London.)
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Das Reich Gottes– ist ein Reich ohne Waffen, ohne unterdrückende Gewalt, ohne Folter, ohne Hunger, ohne Ausbeutung einzelner und ganzer Völker, ohne Rassismus, ohne unverantwortlichen Verbrauch von Dingen, die Gott uns gegeben hat. Es ist ein Reich voller Leben, Glauben, Gerechtigkeit, Frieden, Liebe, gerechter Verteilung der Produktion, wirklicher Möglichkeiten für jeden Menschen. Das ist es, worauf wir uns freuen sollten, und als Christen haben wir kein Recht, uns mit irgendetwas anderem zu beruhigen. aus der Ökumene
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Links zum Thema www.frieden-stiften.org KDV - Beratung
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